Kunstfreiheit: Der „Kommissar“ und die Befristung seines „Dienstvertrages“

Die „Eigenart der Arbeitsleistung“ eines Schauspielers kann die mehrjährige Befristung eines Arbeitsvertrages rechtfertigen. Das hat das Bundearbeitsgericht (BAG) in einem aktuellen Fall entschieden.

„Der Alte“

Der Kläger ist Schauspieler und stellte in der vom ZDF ausgestrahlten und von der Beklagten im Auftrag des Fernsehsenders produzierten Krimiserie „Der Alte“ 18 Jahre lang den Kommissar „Axel Richter“ dar. Die Parteien schlossen jeweils  „Mitarbeiterverträge“ bzw. „Schauspielerverträge“ ab, die sich auf einzelne Folgen oder auf die in einem Kalenderjahr produzierten Folgen bezogen.

Kunstfreiheit sticht Arbeitnehmerschutz

Normalerweise dürfen Arbeitsverträge ohne besonderen Sachgrund grundsätzlich nur bis zur Dauer von zwei Jahren befristet werden. Nach einer gesetzlichen Regelung können darüber hinaus auch dann noch befristete Arbeitsverträge abgeschlossen werden, wenn ein sachlicher Grund im Sinne des Gesetzes vorliegt.   Einer dieser Gründe kann in der „Eigenart der Arbeitsleistung“ liegen.  Das BAG hat dem TV-Kommissar seinen Kündigungsschutz verweigert mit der Begründung, dass der gesetzlich normierte sachliche Befristungsgrund der „Eigenart der Arbeitsleistung“ unter anderem auch die Kunstfreiheit des Arbeitgebers in dieser Branche schützen soll. Gegenstand dieser Kunstfreiheit soll eben auch das „beliebige“ Austauschen von Schauspielern (Arbeitnehmern) sein. Auf den Punkt gebracht heißt dies im konkreten Fall, dass die Kunstfreiheit des Arbeitgebers schwerer wog als der Schutz des Arbeitnehmers.

SPH-Meinung: Härter als die „Polizei“ erlaubt.

  • Geschrieben von SPH-Kanzlei
  • am 8. November 2017

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